Multikrisen bewegen die Agrarmärkte
Spätestens jetzt müssen Strukturen für eigene unabhängige Energieressourcen hochgebracht werden.
Die geopolitische Lage im Nahen Osten und Zollverwerfungen verändern die aktuellen Warenströme und haben insbesondere auch Auswirkungen auf den Energiesektor. Wenn man bedenkt, dass etwa der Bioethanolmarkt direkt preisabhängig zum Ölpreis reagiert, dann kann man die Auswirkungen absehen. Schließlich hat allein die USA - je nach Höhe des Erdölpreises - jährlich etwa 140 Mio.t Körnermais, das sind rund 35% des Gesamtverbrauchs, in der Versprittung. Wenn also die Erdölpreise anziehen, dann wird auch die Nutzung von Körnermais, Zuckerrohr oder pflanzliche Öle attraktiver und saugt Bestände vom Markt ab. Das lässt den gesamten pflanzlichen Preise-Komplex steigen, und das sieht man derzeit auch auf den Warenterminbörsen. Gleiches gilt für den Düngermarkt, hier herrscht ebenfalls eine direkte Korrelation mit der Teuerung von Energie. So wird laut Experten der Stickstoff-Handelsdüngerpreis zu rund 80 Prozent vom Gaspreis bestimmt, da dies der größte Kostenfaktor ist. Dauert die Teuerungsphase an, sind Düngerpreiserhöhungen die direkte Folge. Somit kann sich die diesbezügliche Preisphase von 2022 wiederholen. Mit einem - evtl. teilweisen - Öffnen der Straße von Hormus dürfte aber auch die Entspannung schlagartig von Statten gehen. Somit ist auch aktuelles längerfristiges Einlagern von Diesel oder Dünger möglicherweise ebenfalls mit Vorsicht zu genießen.
Ferner setzt die US-Zollpolitik die Agrarmärkte unter Druck und verändert die Handelsströme. So sorgt der neue EU US Handelsdeal und neue Zollankündigungen der USA derzeit für gehörige Bewegung auf den Märkten, mit ungewissem Ausgang. Besonders sensibel sind Forderungen der amerikanischen Seite nach breiteren Exportkorridoren für Rindfleisch – inklusive des seit Jahren strittigen Themas hormonfreier Produktion. Durch die neuen US Zölle zeigt sich der US-$ schwächer. Das führt dazu, dass Exportprodukte aus der EU im Vergleich teurer werden und an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Besonders betroffen wären preissensitive Märkte wie Getreide, Molkereiprodukte oder Futtermittelkomponenten. Es zeigen aber Modellrechnungen, dass die größten wirtschaftlichen Belastungen durch die neuen Zölle bei den beiden Wirtschaftsriesen USA und China selbst liegen. Dieser bilaterale Agrarhandel, insbesondere bei Sojabohnen, Mais und anderen Rohstoffen, bricht spürbar ein. Für die EU ergeben die Analysen hingegen ein vergleichsweises stabiles Gesamtbild. Mehr noch: Die Rückgänge im US China Agrarhandel eröffnen europäischen Produzenten neue Absatzchancen. Da China fehlende US Lieferungen substituieren muss, könnten verstärkt EU Waren wie Ölsaaten, Getreide und verarbeitete Agrarprodukte gefragt sein. Am Beispiel der steirischen Schlachthoffreigaben bemerkt man bereits eine liberalere Haltung Chinas für EU-Agrarprodukte.
In Summe ergibt sich für die Agrarwirtschaft der EU ein zunehmend unsicheres Umfeld. Die US Zollpolitik folgt derzeit weniger festen wirtschaftlichen Regeln als politischen Prioritäten. Für EU Agrarexporteure wie Landwirte bedeutet das volatile Rahmenbedingungen, insbesondere werden Preisschwankungen zunehmen. Das erschwert die Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen. Jedenfalls dürften global handelbare Güter und Lebensmittel auch längerfristig höhere Preisebenen einnehmen.
Ferner setzt die US-Zollpolitik die Agrarmärkte unter Druck und verändert die Handelsströme. So sorgt der neue EU US Handelsdeal und neue Zollankündigungen der USA derzeit für gehörige Bewegung auf den Märkten, mit ungewissem Ausgang. Besonders sensibel sind Forderungen der amerikanischen Seite nach breiteren Exportkorridoren für Rindfleisch – inklusive des seit Jahren strittigen Themas hormonfreier Produktion. Durch die neuen US Zölle zeigt sich der US-$ schwächer. Das führt dazu, dass Exportprodukte aus der EU im Vergleich teurer werden und an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Besonders betroffen wären preissensitive Märkte wie Getreide, Molkereiprodukte oder Futtermittelkomponenten. Es zeigen aber Modellrechnungen, dass die größten wirtschaftlichen Belastungen durch die neuen Zölle bei den beiden Wirtschaftsriesen USA und China selbst liegen. Dieser bilaterale Agrarhandel, insbesondere bei Sojabohnen, Mais und anderen Rohstoffen, bricht spürbar ein. Für die EU ergeben die Analysen hingegen ein vergleichsweises stabiles Gesamtbild. Mehr noch: Die Rückgänge im US China Agrarhandel eröffnen europäischen Produzenten neue Absatzchancen. Da China fehlende US Lieferungen substituieren muss, könnten verstärkt EU Waren wie Ölsaaten, Getreide und verarbeitete Agrarprodukte gefragt sein. Am Beispiel der steirischen Schlachthoffreigaben bemerkt man bereits eine liberalere Haltung Chinas für EU-Agrarprodukte.
In Summe ergibt sich für die Agrarwirtschaft der EU ein zunehmend unsicheres Umfeld. Die US Zollpolitik folgt derzeit weniger festen wirtschaftlichen Regeln als politischen Prioritäten. Für EU Agrarexporteure wie Landwirte bedeutet das volatile Rahmenbedingungen, insbesondere werden Preisschwankungen zunehmen. Das erschwert die Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen. Jedenfalls dürften global handelbare Güter und Lebensmittel auch längerfristig höhere Preisebenen einnehmen.